Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Victoria - Königin jenseits des Kanals
Als König Wilhelm IV. am 20. Juni 1837 starb, hinterließ er keine erbberechtigten Nachkommen. So wurde seine Nichte Victoria im Alter von nur 18 Jahren zur Königin in Großbritannien. In Hannover galt eine andere Thronfolgeordnung: Hier hätte Victoria erst nach dem Tode sämtlicher männlicher Familienmitglieder den Thron besteigen können. Daher trat ihr Onkel, Ernst August Herzog von Cumberland, mit 66 Jahren in Hannover die Regierung an. Die Personalunion hatte ein Ende gefunden.
Sicher wäre die Geschichte anders verlaufen, wenn Victoria auch Königin von Hannover geworden wäre. Während ihrer langen Regentschaft sollte sie stets die Zusammenarbeit mit der parlamentarischen Regierung suchen.
Ernst August hatte aus seiner Ablehnung des Staatsgrundgesetzes nie einen Hehl gemacht. Er wollte das Rad der Reformen zurückdrehen. Eine seiner ersten Amtshandlungen als neuer König von Hannover war die Vertagung der allgemeinen Ständeversammlung. Wenig später erließ er das »Julipatent«: Das Staatsgrundgesetz, so erklärte er darin, sei für ihn nicht bindend. Es biete keine hinreichende Gewähr für das Glück seiner Untertanen. Nun müsse man prüfen, wie man es verändern könne.
Verschiedene Gutachten erörterten die Frage, ob es beim Zustandekommen des Staatsgrundgesetzes nicht doch einen Verfahrensfehler gegeben hatte. Die Prüfung sollte sich über Monate hinziehen. Doch die Hannoveraner ahnten: Unter diesem König würde die Verfassung keine Zukunft haben.
(Arne Steinert)
