Gemeinsame Ausstellung

 

 

 

 

 

Georg Gottfried Gervinus (1805-1871)

Zwischen Literatur und Geschichte

Georg Gottfried Gervinus wurde als Sohn eines Gerbers am 20. Mai 1805 in Darmstadt geboren. Er studierte Philologie und Philosophie in Gießen, sowie später Geschichte in Heidelberg. Nach der Habilitation 1830, wurde er 1835 zum außerordentlichen Professor für Geschichte in Heidelberg ernannt. Durch Vermittlung Dahlmanns wurde er jedoch noch im selben Jahr als ordentlicher Professor für Geschichte nach Göttingen berufen. Hier begann er sein Hauptwerk, die Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen.

Gervinus war 32 Jahre alt, als er 1837 die Protestation der "Sieben" unterschrieb.

Heidelberg - Festungshaft - Nationalversammlung

Nach seiner Ausweisung aus dem Königreich Hannover kehrte Gervinus nach Heidelberg zurück. Neben seinem Professorenamt (seit 1844) war er Herausgeber der "Deutschen Zeitung". Unter seine Leitung wurde das Blatt zum wichtigsten Organ der gemäßigt liberalen Einheitsbewegung. Auch Gervinus gehörte Nationalversammlung: Für wenige Monate vertrt er als Abgeordneter die Gemeinde Wanzleben. Ende Juli 1848 verließ er Frankfurt und schied aus der Redaktion der "Deutschen Zeitung" aus. Seine Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts aus dem Jahr 1853 trug ihm zwei Monate Festungshaft ein. Gervinus' demokratische Gesinnung galt als Hochverrat. So kam es ein zweites Mal zur Entlassung aus dem Universitätsdienst.

Gervinus starb am 18. März 1871 in Heidelberg.

 

(Sonja Gindele / Arne Steinert)