Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Jacob Ludwig Karl Grimm (1785-1863)
Zwischen Politik und Literatur
Jacob war der Ältere der "Brüder Grimm". Geboren wurde er am 4. Januar 1785 in Hanau, wo der Vater Amtmann war. 1802 begann er sein Jurastudium bei Carl Friedrich von Savigny in Marburg. Seit 1806 arbeitete er in Kassel zunächst als Sekretär des Kurfürstlichen Kriegskollegiums, ab 1808 dann als Privatbibliothekar bei Jérome Bonaparte, dem König von Westphalen und Bruder Napoleons. Gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm widmete er sich altdeutschen Literatur und dem Sammeln von Märchen. 1812 erschien der erste Band der »Kinder- und Hausmärchen«. 1813 wurde Jacob Grimm zum Legationssekretär ernannt: Im Dienst Kurhessens war er Diplomat auf dem Wiener Kongress.
Beide Brüder folgten 1829 Rufen nach Göttingen und schieden aus dem Bibliotheksdienst in Kassel aus. In Göttingen wurde Jacob Grimm zweiter Bibliothekar der Universitätsbibliothek und ordentlicher Professor an der Philosophischen Fakultät.
Jacob Grimm war 52 Jahre alt, als er 1837 die Protestation der "Sieben" unterschrieb.
Professor in Berlin und Arbeit am "Deutschen Wörterbuch"
Jacob Grimm gehörte zu den des Landes verwiesenen Professoren. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kassel siedelt er 1841 nach Berlin über. Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. hatte beide Brüder an die Königliche Akademie der Wissenschaften berufen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand fortan das "Deutsche Wörterbuch". Jacob Grimm war 1848 Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. Seinen Antrag zum Artikel 1 der Grundrechte konnte er nicht durchsetzen: "Das deutsche Volk ist ein Volk von Freien, und deutscher Boden duldet keine Knechtschaft. Fremde Unfreie, die auf ihm verweilen, macht er frei." Im Folgejahr verließ er die politische Bühne, um sich ganz seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu widmen.
Jacob Grimm starb am 20. September 1863 in Berlin.

