Gemeinsame Ausstellung

 

 

 

 

 

Göttingen hat keine Universität...

Modell der Aula der Universität Göttingen

»...Göttingen ist eine Universität!«

Dieses geflügelte Wort beschreibt das geistige Klima in der Hochschulstadt. Es bringt aber auch zum Ausdruck, wie wichtig die Universität für das Wohl der Stadt und ihrer Bürger war und ist.

Der Universitätsaufbau begann im Jahr 1734 und wurde 1737 abgeschlossen. Gründer war Georg August, Kurfürst von Hannover, Herzog zu Braunschweig Lüneburg und als Georg II. zugleich König von Großbritannien. Er fungierte nicht nur als Namensgeber für die Hochschule (»Georgia Augusta") sondern legte zudem fest, dass der jeweilige Landesherr auch Universitätsrektor sein sollte. Der eigentliche Universitätsleiter in Göttingen war somit ein Prorektor.

Von Anfang an gehörten die klassischen Fakultäten zum Angebot der Georgia Augusta: Philosophie, Theologie, Jura und Medizin. Man errichtete einen Reitstall und eine Fechthalle und konnte Studenten aus wohlhabenden Adelsfamilien in die Stadt locken. Das Zusammenleben der Bürger mit den Studenten, die in Orden, Landsmannschaften und Verbindungen ihre Rituale pflegten, blieb nicht ohne Spannungen. Häufig kam es zu Konflikten mit Handwerksgesellen oder zu Übergriffen durch die Obrigkeit. Doch die Studenten waren auch eine Wirtschaftskraft. Zuletzt kehrten viele von ihnen nach der niedergeschlagenen »Göttinger Revolution" von 1831 der Stadt den Rücken. Dies bedeutete weniger Einnahmen für Vermieter, Wirte oder Kaufleute.

Im Wintersemester 1837/38, nach den Feiern zum 100. Jubiläum der Universität, waren in Göttingen wieder über 900 Studenten eingeschrieben. Zum Lehrpersonal gehörten 32 ordentliche Professoren.

(Arne Steinert)