Gemeinsame Ausstellung

 

 

 

 

Vom Modell in den Stadtraum:Das "Denkmal fü Zivilcourage"

Denkmal Göttinger Sieben am niedersächsischen Landtag

Seit März 1998 haben die Göttinger Sieben ihr Denkmal in Hannover. Der Italiener Floriano Bodini (1933-2005) schuf die Figurengruppe aus Bronze für den Platz neben dem Landtag, der seit 1992 den Namen »Platz der Göttinger Sieben« trägt. Unsere Projektion in der Ausstellung wechselt zwischen den Figuren im Stadtraum und dem Bronzemodell, mit dem sich Bodini am Wettbewerb für das Denkmal beteiligte. Es ist im Foyer der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen ausgestellt.

Die Idee zu einem »Denkmal für Zivilcourage" entstand im Umfeld des 150. Jubiläums der Protestation. Es bildete sich ein Kuratorium mit Mitgliedern aus Politik, Kunstschaffenden und Verwaltung, das einen internationalen Wettbewerb ausschrieb. Eine Jury unter Vorsitz von Prof. Dieter Ronte, dem ehemaligen Direktor des Sprengelmuseums, wählte aus 26 Teilnehmern Floriano Bodini mit seinem Entwurf als ersten Preisträger aus.

Das Denkmal zeigt die sieben Professoren, einen Studenten sowie König Ernst August zu Pferde. Das sechs Meter hohe Portal gliedert den Platz in einen Raum der Konfrontation mit dem König - für die vier im Königreich verbliebenen Professoren -, sowie einen Raum des Exils und der Freiheit, der sich für die drei des Landes verwiesenen Professoren öffnet. Der Student fungiert als Zeuge der Geschichte. Sämtliche Figuren sind nicht nach ihren historischen Vorbildern gestaltet, sondern tragen die Züge von Menschen, die dem Bildhauer nahe standen. In Jacob Grimm (am geschlossenen Flügel des Portals stehend) hat sich Floriano Bodini selbst porträtiert.

(Arne Steinert)