Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Franzosenzeit - moderne Zeit?
Der Krieg zwischen Napoleon und Großbritannien führte dazu, dass im Sommer 1803 das Kurfürstentum Hannover nach kurzem Widerstand seiner Armee von den Franzosen besetzt wurde. Unter strategischen Erwägungen wurde das Land mehrfach geteilt. Der nördliche Teil wurde direkt von Paris aus regiert. Der größere südliche Teil gehörte zwischen 1810 und 1813 zum »Königreich Westphalen«. Dieser »Satellitenstaat«; wurde von Kassel aus durch Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte regiert.
Die neuen Landesherren wollten ein modernes Gemeinwesen mit Modellcharakter schaffen. Im Geist der Französischen Revolution kam es zu verschiedenen Eingriffen ins politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben:
Das Land wurde in neu zugeschnittene Departements eingeteilt und Maße und Gewichte vereinheitlicht. Der »Code Napoleon« regelte das Zivilrecht, und Justiz und Verwaltung wurden voneinander getrennt. Die eigene Gerichtsbarkeit des Adels wurde ebenso abgeschafft wie der Zunftzwang und die Abgaben der Bauern. Juden erfuhren rechtliche Gleichstellung.
Doch viele der durchaus fortschrittlichen Reformen blieben stecken, da das nötige Geld zur Finanzierung von Napoleons Kriegen abgezogen wurde. So erlebten die Untertanen die Franzosenzeit als Fremdherrschaft mit Lasten der Besatzung. Die Befreiung im Herbst 1813 wurde gefeiert, und die Beseitigung der Reformen aus der Franzosenzeit traf auf keinen Widerstand.
(Arne Steinert)

