Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Gold - Rot - Schwarz
Bei studentischen Burschenschaften kam der Farbdreiklang nach den Befreiungskriegen gegen das napoleonische Frankreich in Mode. Noch war aber die heute gebräuchliche Reihenfolge der Farben nicht verbindlich. So verwendete etwa eine Studentenverbindung in Jena Gold-Rot-Schwarz. Erst später setzte sich die umgekehrte Lesung durch.
Alle Varianten des Schwarz-Rot-Gold wurden auf die »alten deutschen Reichsfarben« zurückgeführt. Sie standen für die Hoffnung auf politische Erneuerung und nationale Einigung der Deutschen. Beim Hambacher Fest im Jahre 1832 wurden etwa viele Schwarz-Rot-Goldene Trikoloren als Symbol für das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit gezeigt.
Die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche trat im Mai 1848 zusammen, um einen deutschen Nationalstaat mit einer liberalen Verfassung zu schaffen. Am 12. November 1848 erließ dieses frei gewählte Parlament für ganz Deutschland das erste Gesetz, das die Farben Schwarz-Rot-Gold als nationales Symbol festlegte. Der Nationalversammlung gehörten auch vier Professoren aus dem Kreis der Göttinger Sieben an: Jacob Grimm, Georg Gottfried Gervinus, Wilhelm Albrecht und Friedrich Christoph Dahlmann, der wieder als Verfassungsrechtler aktiv war und zuvor schon am Entwurf für ein deutsches Reichsgrundgesetzes mitgearbeitet hatte.
Mit dem Scheitern der Revolution von 1848 und später der Reichsgründung unter preußischer Führung verlor das Schwarz-Rot-Gold seinen offiziellen Status zunächst wieder. Es blieb aber auch in der Folge ein lebendiges Symbol oppositioneller Nationsentwürfe.
(Arne Steinert)
