Gemeinsame Ausstellung

 

 

 

 

Ernst August von Gottes Gnaden

Porträt Ernst Augusts als Herzog von Cumberland

Schon im Alter von 15 Jahren machte Ernst August (geb. am 5. Juni 1771 in London) zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Stadt Göttingen und ihre Universität: Von 1786 bis 1791 absolvierte der fünfte Sohn König Georgs III. an der Georgia Augusta verschiedene Studien und begann Deutsch zu lernen. Es schloss sich eine militärische Karriere an, die seinen Neigungen sehr entsprach.

Von seinen Einsätzen als Kavallerieoffizier in den Revolutionskriegen kehrte Ernst August 1795 nach Großbritannien zurück. 1799 wurde er zum Herzog von Cumberland sowie zum Mitglied des Oberhauses ernannt. Im Parlament profilierte er sich als konservativer Hardliner. Aufs Schärfste bekämpfte er liberale und emanzipatorische Bestrebungen, die die angestammten Rechte der Monarchen in Zweifel zogen. Bis Anfang der 1830er Jahre war sein Einfluss regelrecht gefürchtet.

Ernst August nahm an den Befreiungskriegen teil und zog 1813 in Hannover ein, das die Franzosen kurz zuvor verlassen hatten. Dennoch wurde nicht er sondern sein jüngster Bruder Adolph Friedrich dort zum Statthalter ernannt. Nach der Hochzeit mit Friederike von Mecklenburg-Strelitz (1778-1841) im Jahr 1815 lebte Ernst August mit ihr nur kurz in London. Der Streit um die Anerkennung Friederikes in der Königsfamilie wurde politisch instrumentalisiert. Daher nahm das Paar seinen Wohnsitz bis 1829 in Berlin, Unter den Linden. Im preußischen Staats- und Militärwesen sah Ernst August viele seiner Ideale verwirklicht.

Die unterschiedlichen Erbfolgeregelungen machten ihn 1837 im Alter von 66 Jahren zum König von Hannover. Kurz nach seinem Regierungsantritt war die Aufhebung des Staatsgrundgesetzes Ausdruck seiner konservativen Überzeugung und zugleich eine Machtdemonstration. Auch zehn Jahre später hieß es in einem Lexikonartikel über Ernst August, dass dieser ein Fürst sei, der »das Königswort ,L'État c'est moi’ [Der Staat bin ich] täglich zur Wahrheit (macht)«. Kann ggf. wegfallen?! In der Revolution von 1848 zeigte er sich dann beweglicher und kam den Revolutionären mit Zugeständnissen eines vergleichsweise fortschrittlichen Verfassungstextes entgegen, so dass Unruhen oder Aufstände ausblieben

Ernst August starb am 18. November 1851, die Regierungsgewalt ging auf seinen Sohn Georg über.

(Arne Steinert)