Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Ein Medienereignis anno 1837
Die Reaktionen waren überwältigend. Gegner und Verteidiger des Protestes lieferten sich erbitterte publizistische Wortgefechte. Die Rechtslage war kompliziert, daher erschienen ernstzunehmende juristische Gutachten im Sinne beider Seiten. Was manche als legitime - und zudem angekündigte - königliche Machtausübung ansahen, galt anderen schlicht als Staatsstreich von oben. Mit dem Hinweis darauf, dass sich ihr Protest an einer Gewissensfrage entzündet hätte, entzogen sich die »Sieben« einer ausschließlich formaljuristischen Bewertung. Sechs von ihnen veröffentlichten eigene Verteidigungsschriften, um ihre Sicht der Dinge darzustellen.
Das Ausland verfolgte die Ereignisse auch weiterhin gespannt. Die »Times« berichtete regelmäßig. In Leipzig bildete sich ein »Göttinger Verein«, der Geld sammelte für den Lebensunterhalt der entlassenen Professoren. Bürger in anderen Städten folgten diesem Beispiel. Nur in Hannover durfte nicht im Sinne der Protestierer berichtet werden, niemand offen ihre Partei ergreifen. In Göttingen selbst waren die Reaktionen geteilt. Die Professorenschaft war gespalten in Gegner, Befürworter und Opportunisten. Die Studenten waren ganz überwiegend auf Seiten der Professoren: Der Auszug der drei des Landes verwiesenen Dahlmann, Gervinus und Jacob Grimm geriet zu einem Triumphzug. Doch die Universität verlor an Attraktivität und musste sinkende Studentenzahlen hinnehmen - für die Bewohner der Stadt ein herber wirtschaftlicher Verlust.
