Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Ein Göttinger Denkmalplan von 1906
Auf der Sitzung vom 15. März 1899 beschloss der Magistrat der Stadt Göttingen, für die Göttinger Sieben ein Denkmal zu errichten. Ihr mutiges Auftreten gegen obrigkeitliche Willkür sollte dadurch öffentlich geehrt werden. Es wurde ein Fonds zur Sammlung von Spenden eingerichtet. Die Stadt stellte für diesen Zweck 300,- Mark in ihren Haushalt ein.
1906 bekam das Vorhaben plötzlich eine ganz andere Richtung. Im April war die Universitätsleitung in einer Eingabe bei der Regierung für die Verteidigung der »akademischen Freiheit«, d.h. die Autonomie der Hochschule, eingetreten. Dieser Schritt hatte in der Öffentlichkeit breite Beachtung gefunden und nicht zuletzt deshalb höheren Orts heftigen Unwillen erregt. Wenn jetzt von Stadt und Universität ein Denkmal für die »Sieben« errichtet wurde, konnte das von der Regierung als weitere bewusste Provokation verstanden werden. Vor diesem Risiko schreckten Oberbürgermeister Georg Calsow und Prorektor Paul Althaus zurück.
Im Obrigkeitsstaat Kaiser Wilhelms II. machte der aktuelle politische Bezug ein Denkmal für die Göttinger Sieben unmöglich. Um sich nicht gänzlich zu blamieren, ließ der Magistrat in den folgenden Jahren Göttinger Straßen nach den »Sieben« benennen.
(Arne Steinert)
