Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Schauspiel "Die Göttinger Sieben"
Josef Buchhorn, Cottbus 1937
Es erscheint heute überraschend, dass die so widerständig auftretenden Göttinger Sieben in der NS-Zeit durchaus positiv gewürdigt wurden. Entscheidend dafür war das Verfassungsverständnis der Interpreten aus den 1930er Jahren: Ihnen ging es nicht mehr darum, dass eine Verfassung die Grundrechte des Einzelnen schützen sollte. Vielmehr sollte in der Verfassung ein kollektiver Volkswille zum Ausdruck kommen, der Volk und Staat zusammenschweißt. Nach dieser Lesart wurden die Göttinger Sieben im Protest gegen einen Verfassungsbruch praktisch zu »Volksgenossen«.
Dagegen gab König Ernst August eine ideale Zielscheibe ab. In dem Schauspiel von Josef Buchhorn (1875-1954) aus dem Jahr 1937 tritt er als cholerischer, intellektuellenfeindlicher Despot auf, der über Professoren schlichtweg sagt »Zum Kotzen, das!« Ernst August ist »der Engländer, der nichts von deutschem Wesen will«. Den Protest der »Sieben« dagegen »gebietet deutschen Mannes Ehr und Würde!«
