Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Heinrich von Treitschke: Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts
Lange hat der konservative Historiker Heinrich von Treitschke (1834-1896) die Beurteilung des hannoverschen Verfassungs-konflikts geprägt. In Aufsätzen aus den 1860er Jahren und später in seiner »Deutschen Geschichte«, stilisierte er die Göttinger Sieben zu Nationalhelden und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Für Treitschke waren ihr Protest und seine Wirkung vor allem wichtiger Teil des Ringens um einen einheitlichen deutschen Nationalstaat. Das Urteil über König Ernst August als Gegenspieler fiel drastisch aus. Sein Vorgehen im Verfassungskonflikt sei
»(…) so frevelhaft, so unentschuldbar, so gemein-verständlich in seiner Rohheit, daß der sittliche Ekel fast alle irgend selbständigen Männer zum Widerspruch zwang.«
In weiteren Veröffentlichungen über die »Sieben« wurde der politische Gehalt ihres Protestes immer stärker abgeschwächt. Es sollten keine Vorbilder für ein mögliches Aufbegehren im Obrigkeitsstaat der Kaiserzeit geschaffen werden. Aus diesem Grund hatte auch das Vorhaben, den »Sieben« in Göttingen ein Denkmal zu setzen, letztlich keinen Erfolg.
(Arne Steinert)
