Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Das Thema der Ausstellung
Mit dem modernen Staatsgrundgesetz von 1833 war das Königreich Hannover durchaus "in guter Verfassung". Auf die Befreiung von napoleonischer Besatzung war zunächst eine strikte Restaurationspolitik gefolgt, die den gesellschaftlichen Wandel behinderte. Erste Proteste hatten dazu geführt, dass auch Hannover zur konstitutionellen Monarchie mit Vorstufen einer parlamentarischen Vertretung wurde.
Schon von England aus hatte Ernst August als möglicher Thronfolger diese Entwicklung scharf kritisiert. Als Machthaber in Hannover ließ er Taten folgen. Die Protestation von 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung hatte für die Unterzeichner schwerwiegende Folgen: Wilhelm Grimm, Jacob Grimm, Wilhelm Eduard Albrecht, Friedrich Christoph Dahlmann, Georg Gottfried Gervinus, Wilhelm Eduard Weber und Heinrich Georg August Ewald wurden von Ernst August aus dem Amt entlassen. Dahlmann, Gervinus und Jacob Grimm wurden des Landes verwiesen, und auch die übrigen mussten das Königreich Hannover auf der Suche nach neuen Anstellungen verlassen. Doch die einmal in Gang gesetzte Kampagne war nicht mehr aufzuhalten. Studenten verbreiteten durch Abschriften den Protestbrief in ganz Deutschland und unterstützten damit die Forderung nach einer liberalen Regierung. Der Aufruf blieb nicht ungehört. In "Göttinger Vereinen" zusammengeschlossene Bürger machten es sich zur Aufgabe, durch Spenden das Gehalt der entlassenen Professoren zu sichern.
Diese Sympathie und Solidarität waren Anzeichen dafür, dass die konservative Haltung des Königs früher oder später einer demokratischen Politik würde weichen müssen. Einige der äußerst populär gewordenen "Helden" von 1837 kehrten als Mitglieder der Frankfurter Nationalversammlung 1848 auf die politische Bühne zurück. Die Göttinger Universität hatte dagegen noch lange unter dem Verlust ihrer bedeutenden Lehrer zu leiden.
Die Ausstellung "Sieben gegen den König" widmet sich dem spektakulären Ereignis der "Protestation" von 1837, den gesellschaftlichen Voraussetzungen sowie den politischen Folgen auf dem Weg zum deutschen Parlamentarismus. Sie thematisiert den Widerstand der Sieben Professoren vor seinem zeitgeschichtlichen Hintergrund sowie seine Folgen und die Erinnerung, die sich seither daran knüpft. Ein Aspekt sind auch die "Göttinger 18", jene Professoren, die sich vor genau 50 Jahren energisch gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen aussprachen.
